Dezember

Als letzte der Bäume ließ
Die Birke ihr goldenes
Kleid sanft zu Boden sinken.

Auf weiß schimmernder Rinde
Des nackten Gezweigs hocken
Krähen mit höhnischem Blick.

Die Morgendämmerung steckt
Spät ihre grauen Fühler
Durch verriegelte Fenster,

Und die Tage schultern nun
Krumme Schatten. Den Stunden
Wird die zähe Haut zu eng.

Gedanken bauen Brücken
Zurück zum Sommer oder
Eilen fort ins Kommende,

Während ein eisiger Wind
In den Gesichtern lagert
Und die Augen füllt mit Staub.

Kein Horizont ist zu sehn.
Fern hinter farbloser Wand
Steht die Sonne am Himmel.


Eingesonden durch

1001gedichten

Hinzugefügt am

31-12-2009

Beurteile dieses Gedicht

Geben Sie Ihre Beurteilung

Tags:

Reaktionen zu 'Dezember'

Es wurde noch nicht auf dieses Gedicht reagiert, hier können Sie eine Reaktion schreiben.

Reaktionen

Um auf dieses Gedicht zu reagieren, müssen Sie sich anmelden, das kann auf der linken Seite. Sind Sie noch kein Benutzer? Registrieren Sie sich jetzt!