Als ich vor fünfundzwanzig langen Jahren
Mit Euch am Altar segenwünschend stand,
Und in der Tochter schönen braunen Haaren
Dem Myrthenkranz, frisch grünend, blühend, wand,
Da fleht' ich: Herr! Dein Will soll geschehen,
Lass meinen Kindern stets es wohlergehen!
Und liebend zog, trotz mancher trüben Leiden,
Der Mann die Gattin zärtlich an die Brust;
Des Ehestandes Glück und süße Freuden
Sie machten Liebe Euch zur Götterlust;
In Eurer Kinder liebendem Vereine
Saht Ihr der Ehe Glück im Glorienscheine.
Der Herr hat also mein Gebet erhöret,
Und wird auch ferner Euer Vater sein.
Hat Trübsals Nacht Euch manches Glück gestöret,
Die Liebe gab dann milden Sonnenschein.
Gott wird Euch ferner Glück und Segen schenken,
Er schützet gern, die seiner gläubig denken.
Ihr seid ja meine einz'ge ird'sche Habe,
Drum liebet ferner mich; in Freud' und Leid
Bleib' ich Euch treu, bis einst dem kühlen Grabe
Mein Geist entschwebt zur ew'gen Seligkeit.
So nehmt als Schwanensang zur Silberfeier
Jetzt freundlich auf die Töne meiner Leier.
poetische Bibliothekar, 1845
15-08-2009
Geben Sie Ihre Beurteilung
Es wurde noch nicht auf dieses Gedicht reagiert, hier können Sie eine Reaktion schreiben.
Um auf dieses Gedicht zu reagieren, müssen Sie sich anmelden, das kann auf der linken Seite. Sind Sie noch kein Benutzer? Registrieren Sie sich jetzt!